Die Frankfurter Buchmesse 2017 - meine Eindrücke

Wenn ich so einen Blick auf den Kalender werfe, muss ich feststellen, dass bereits gut vier Wochen seit der Buchmesse vergangen sind ... Tja, ab und zu will das Leben halt anders als man selbst, vierzehn Tage Krankenstand sorgten in der letzten Zeit dafür, dass ich erst mal andere Sorgen hatte.  Trotzdem möchte ich euch meine persönlichen Highlights nicht vorenthalten.


Wenn ihr nur Bilder schauen wollt, ich habe auf Google Photos ein entsprechendes Album erstellt, das ihr hier findet:

Die FBM17 in Bildern

Meine reine Messezeit dauerte dieses Mal zwei Tage, Donnerstag und Freitag, weil ich bereits das letzte Mal beschlossen habe, dass ich mir den Wirbel während der Publikumstage am Wochenende nicht mehr antue. Den Samstag verbrachte ich tagsüber am BuCon, erst am Abend ging's in die Stadt zurück.

Der Donnerstag


Ich hatte außer der Lesung von Jürgen Albers für diesen Tag eigentlich keine Fixpunkt, daher konnte ich meine Messe sehr spontan gestalten (was mir persönlich nach wie vor mehr Spaß macht, als von einer Veranstaltung zur nächsten zu hetzen).


Am Vormittag traf ich mich mit Monerl von MonerlS-bunte-Welt und wir schlenderten gemeinsam durch Halle vier, wo unter anderem die asiatischen Stände untergebracht waren. Tolle Schätze gab es da zu entdecken, unter anderem auch ein komplett goldenes Buch, von dem es nachvollziehbarerweise nur eine kleine Auflage gibt.

 

Zu Mittag ging es dann zur bereits erwähnten Lesung von Jürgen. Leider hatte die Technik beim Stand von Tolino keine Chance gegen die übrigen Hintergrundgeräusche der Messe, weswegen selbst ganz vorne nur wenig zu verstehen war. Sehr, sehr schade, denn ich hatte den Eindruck, dass sich Jürgen wirklich sehr bemüht hat, eine schöne Lesung zu gestalten. Grüße auch an dieser Stelle an Mona von Tintenhain und Moni von Monis Zeitreise, war schön, euch kennengelernt zu haben!

Danach trafen sich die BBF-Clanmitglieder zu einem Kaffee am Random House-Stand (Man gönnt sich schließlich ja sonst nichts :D). Was wir uns unterhalten haben? Ich sag nur: Thalia Lesezeichen! Die Betroffenen werden wissen, was ich meine ;). Auch wenn Nise, Jürgen und ich uns ja grad erst im Sommer am LitCamp kennengelernt haben, war dieses Mal doch etwas mehr Zeit zum Unterhalten - Gott sei Dank.



Den Rest des Nachmittags ließ ich mich treiben, um verschiedene Eindrücke aufzusammeln, Lesungen, Diskussionsrunden, Verlagsstände in Halle drei anschauen ... Quasi im Vorbeigehen einen Salman Rushdie am Stand vom "Spiegel" zu erleben, das gibt es eben nur auf der Buchmesse :).

Der Freitag


Am Freitag hatte ich eigentlich gar kein Programm mehr, weswegen ich mich erstmal in Halle vier begab, um mir das von der Buchmesse beworbene "TheARTS+" anzusehen. Ein im Vergleich zur Messe leider eher weniger beachteter Teil, aber trotzdem interessant anzuschauen, weil sich einige Verlage bei der Gestaltung ihrer Stände wirklich angestrengt haben. Anders, aber toll!


Was mir wirklich immer wieder viel Spaß auf der Messe macht, ist "Druckfrisch". Ich weiß, dass Dennis Scheck durchaus umstritten ist, aber seine Art, Bücher zu besprechen, mag ich einfach. Seine Sprechweise, sein Gedächtnis (Da gibt es keinen Teleprompter, wo er Buchinfos abliest!), seine souveräne Art, live zu erzählen, das beeindruckt mich immer wieder. Nicht zu vergessen seine bunten Socken, jedes Mal bin ich wieder gespannt, was er tragen wird :D.


In der Mittagspause, die ich dank wunder Füße im Freien verbrachte, fiel mir auf einmal ein Zigarette rauchender Mann etwa 30 Meter entfernt von mir auf, der sich lebhaft mit einer jungen Dame unterhielt. Ein genauerer Blick - und wen sehe ich? Robert Menasse, der sich wahrscheinlich mit seiner Verlagsbetreuerin unterhalten hat. Auch das ist das, was für mich die Messe ausmacht, diese Begegnungen, mit denen man nicht rechnet, weil sie einfach spontan passieren.

Als beginnender Handlettering-Fan wollte ich außerdem am Nachmittag zur Signierstunde von Frau Hölle schauen. Die Schlange, die sich da schon aufgebaut hatte, ließ mich allerdings zurückschrecken und es bei ein paar Fotos bewenden. Wobei ich schon wieder grinsen musste, als ich beobachtete, wie Frau Hölle vom Tisch aufstand, um die wartenden Fans zu fotografieren. Ja, das passiert einem Autor wohl auch nicht jeden Tag :).


Überhaupt gab es viele interessante Bücher in Sachen Handlettering zu entdecken, gerade für Weihnachten wird einiges auf uns zukommen. An einem kleinen Stand, der eigentlich Manga-Utensilien verkaufte, nahm ich mir die Freiheit, ein Set aus Notizbuch mit schön dickem Papier, Brushlettering-Stiften und Glitzerstiften zu kaufen, das ich jetzt unbedingt einmal ausprobieren muss. Bin schon so gespannt darauf, wie es mir als Linkshänderin damit gehen wird!


Endlich habe ich es außerdem geschafft, bei der Greenlight Press vorbeizuschauen und Nadine Erdmann und Andreas Suchanek einmal persönlich zu treffen. Es ist doch immer noch was anderes, sich einmal von Angesicht zu Angesicht zu begegnen, als immer nur in den sozialen Medien zu schreiben. Auf jeden Fall hat das Treffen meinen Vorsatz bestärkt, das Serien lesen wieder aufzunehmen ...

Der Samstag


Nach bereits zwei Tagen auf der Messe war ich tatsächlich froh, den Samstag etwas langsamer angehen zu können. Nach einem gemütlichen, späten Frühstück ging es zu Mittag nach Dreieich zum BuchmesseCon, den ich schon Jahre lang nicht mehr besucht habe. Und man kann sagen, was man will, aber der Con hat sich gemausert. Jede Menge Lesungen, viele Kleinverlage, die die Chance genutzt haben, ihre Bücher vorzustellen, sogar einige Cosplayer hatten sich her "verirrt" :).


Das Highlight des Tages - und für mich auch der krönende Messeabschluss - war aber definitiv die Buchpräsentation von "Origin" am Samstag Abend. Mein Freund hatte mir netterweise eine Karte geschenkt, weswegen wir zugegebenermaßen etwas spät von Dreieich aus mit der S-Bahn in die Stadt gefahren sind (und ich wieder einmal die Lektion gelernt habe, dass der Nahverkehr am Samstag Abend in Frankfurt auch nicht das Gelbe vom Ei ist), aber wir kamen gerade noch rechtzeitig an ...


Somit saßen wir zwar nicht wirklich in der Nähe der Bühne, dank des tollen Zooms meiner Kamera konnte ich aber doch einige schöne Bilder machen :). Die Zeit war auf jeden Fall viel zu schnell vorbei, nicht nur an diesem Abend, sondern überhaupt.

Die Anmerkung zum Schluss


Wie vielen anderen Buchbloggern ging es auch mir so, dass ich von den Ausschreitungen und Auseinandersetzungen der Rechten und Linken auf der Messe erst am Sonntag Abend erfahren habe, als ich mir das erste Mal Zeit nahm, in Ruhe die sozialen Medien zu checken.

Mein Fazit daraus ist: Es liegt letztlich an jedem einzelnen von uns, dass wir uns dafür stark machen, dass die Buchmesse das bleibt, was wir lieben: Ein Ort, wo wir Buchmenschen aus auf Augenhöhe begegnen und austauschen können!

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