19. Mai 2017

Vom SuB befreit: Toter geht's nicht

Und wieder möchte ich euch heute ein Buch vorstellen, das schon eine Weile sein Dasein auf meinem SuB gefristet hat, ohne dass ich es geschafft hätte, es zu lesen ...


Eigentlich habe ich um den Jahreswechsel herum schon einmal einen Anlauf genommen, aber es sollte damals wohl nicht sein :).

1. Welches Buch hast du gerade vom SuB befreit?

"Toter geht's nicht" von Dietrich Faber. Das Buch ist der erste Teil einer Reihe, von der es aktuell vier Bücher gibt, ein fünfter Band ist für dieses Jahr angekündigt. Den Autor selbst dürften einige wohl auch durch seine Kabarattprogramme kennen, mir war er allerdings bisher unbekannt ...

Klappentext:
Irgendwann ist Sense!

Faschingsumzug im Vogelsberg: Jubel, Trubel, Heiterkeit, und am Ende wird ein Mann erschlagen. Der Tote war verkleidet: als Tod.

Kriminalhauptkommissar Henning Bröhmann passt das überhaupt nicht. Er ist nämlich am selben Tag von seiner Frau verlassen worden und muss nun nicht nur einen Mord aufklären, sondern sich auch um Kinder, Haus und Hund Berlusconi kümmern. Wobei nicht ganz klar ist, was mehr schlaucht: die Suche nach dem Täter, der Alltagskampf mit einer schwer pubertierenden Tochter oder die Frondienste in der Kindertagesstätte «Schlumpfloch».

Die Ermittlungen in Sachen Sensenmann führen direkt in die Schattenwelt der mittelhessischen Faschingskultur, zum Stimmungsmusiker Herr Bärt, der mit dem Schlager "Lass uns fummeln, Pummel" zu zweifelhaftem Ruhm gelangt ist. Sie führen außerdem zum depressiven Sohn des Toten, zu schrecklichen Comedy-Galas, jahrzehntelang totgeschwiegenen Schweinereien, mancherlei Liebeswirrungen, einem Verhör in einer finnischen Feng-Shui-Sauna und am Ende zu einem so dramatischen wie überraschenden Finale.

Der Buchtrailer ist übrigens auch sehr nett gemacht, den kann ich euch wirklich empfehlen :) ...



2. Warum ist das Buch auf deinen SuB gewandert?

Das Buch fand seinerzeit seinen Weg als Geschenk zu mir. So nach dem Motto: "Lies das, das wird dir gefallen". Nachdem ich aber in der richtigen Stimmung für einen Regiokrimi sein muss, machte es sich das Buch erst einmal auf meinem SuB gemütlich ...

Einen ersten Anlauf habe ich - wie bereits erwähnt - schon zu Beginn dieses Jahres genommen, dann kamen aber andere Bücher (mehrere Rezi-Ex) dazwischen, die zuerst gelesen werden mussten / sollten / wollten.

3. Weshalb hast du es jetzt gelesen?

Gute Frage. Challenge war dieses Mal keine dafür ausschlaggebend, aber ich hatte Lust auf etwas Kurzes und Lustiges - und die ersten dreißig Seiten ließen sich schon beim ersten Mal gut lesen!

4. Was hat dir an dem Buch gefallen / nicht gefallen?

Vordergründig ist das Buch ein Krimi. Ein Kommissar, ein Toter und die Frage "Wer hat's getan" - das sind die klassischen Zutaten. Was man allerdings nicht tun sollte, ist, mit zu hohen Erwartungen an den Krimi-Anteil in diesem Buch heranzugehen. Als reinen Krimi gibt es bestimmt bessere Bücher.

Die Stärke dieses Buch sehe ich persönlich in der Fähigkeit des Autors, "dem Volk aufs Maul g'schaut" auf unterhaltsame Weise umzusetzen. Er beherrscht es meisterlich, menschliches Verhalten zu charakterisieren und ein klein wenig zu übertreiben. Daraus ergeben sich viele kleine Szenen, die zur Aufklärung des Krimis zwar eher wenig beitragen, die nichtsdestotrotz aber wirklich mit einem Grinsen im Gesicht zu genießen sind.

Fabers Held Bröhmann ist außerdem endlich mal ein ganz normaler Held, einer, der Probleme mit seiner Familie hat (Als ob seine Teenie-Tochter nicht schon anstrengend genug wäre, verlässt ihn auch noch seine Frau), der eigentlich gar nicht unbedingt Polizist sein will (es aber nur seinem Vater zuliebe geworden ist) und dem daher der Tote beim Karneval eher ungelegen kommt.

Ein weiterer Pluspunkt stellt der Dialekt dar: Es ist am Anfang zwar ein bisschen gewöhnungsbedürftig, den hessischen Dialekt vor sich geschrieben zu sehen, aber man gewöhnt sich dran - und mit der Zeit macht es wirklich Spaß. Wer es also wirklich richtig schön mit Lokalkolorit mag: "Toter geht's nicht" ist dafür genau das Richtige!

Ich habe mir außerdem sagen lassen, dass die Hörbücher hier ebenfalls sehr zu empfehlen sind, weil dadurch der Dialekt noch besser wirkt. Das werde ich nun mit dem zweiten Teil der Reihe - "Der Tod macht Schule" - nachprüfen :).

6 Kommentare

  1. Freut mich, dass Dir der erste Band schon so gut gefallen hat. Ich kenne alle vier bisher erschienen Episoden und finde, die Serie wird immer besser.

    LG Gabi

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    1. Ich war jetzt am Wochenende fleißig beim Hören und bin jetzt auch schon ein ganzes Stück weiter :). Und du hast recht, der Polizeipraktikant aus Teil 2 - Mani Kreuzer - ist ja auch ein Unikat :D.

      Liebe Grüße
      Ascari

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  2. Hallo Ascari,

    du bleibst einfach dran, an deinem SuB-Abbau! Einfach unglaublich! *das sollte ein Lob sein ;-)*

    Wobei ich gerade merke, dass du in diesem Format für die Bücher keine Sternchen vergibst, wie sonst in deinen Rezis. Schade! Ist das mit Absicht so oder hast du gar nicht darüber nachgedacht?

    GlG monerl

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    1. Liebe monerl!

      Danke :)). Und ja, das ist Absicht, weil "Vom SuB befreit" für mich keine Rezension darstellt, sondern einfach nur kurz und knapp meine Meinung zu dem Buch. Sternchen vergebe ich ich da nur auf GR oder LB für die Bücher ...

      Liebe Grüße
      Ascari

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    2. Ah, ok! Aber so richtig kann ich es dennoch nicht nachvollziehen, da du ja das Buch, auch ohne umfassende Rezi, gelesen hast. Wenn du´s bei GR und LB einträgst, musst du dich auch festlegen. Fällt dir das dann schwer?

      Liebe Grüße! Hab nen guten Start in die kurze Woche,
      Monerl :-)

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    3. Bei einer normalen Rezi brauche ich gewöhnlich länger, weil ich da wirklich darüber nachdenke, was ich alles zu dem Buch sagen will, positiv wie negativ. Schreibe normalerweise auch eine eigene Inhaltsangabe und recherchiere die bibliografischen Angaben.

      "Vom SuB befreit" musst du dir im Vergleich eher als Kurzmeinung vorstellen, da schreibe ich einfach frei von der Leber weg, was mir von dem Buch im Gedächtnis geblieben ist. Da fällt dann vielleicht auch manche Kritik hinten runter, wenn ich das Buch insgesamt mochte.

      Bewerten tue ich eigentlich sowieso jedes gelesene Buch, einfach auch aus dem Grund, damit ich für die Tops & Flops eine Übersicht habe, was mir gefallen hat und was nicht :).

      Ob es mir schwerfällt? Das ist ganz verschieden. Bei manchen Büchern ist es einfach, bei manchen wieder nicht. Aber ich schätuze, das kennst du selbst auch, das Problem :D.

      Liebe Grüße
      Ascari

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