18. Februar 2017

Rezension Tibor Rode - The Message

"be" ist ein neues Label aus dem Hause Bastei f├╝r E-Books aus verschiedenen Genres. Auf eines davon aus der Thriller-Reihe wurde ich erst vor kurzem aufmerksam: "The Message" von Tibor Rode, der sich auch durch B├╝cher wie "Das Mona-Lisa-Virus" oder "Das Los" einen Namen gemacht hat.

Zum Inhalt:


"The Message" erz├Ąhlt die Geschichte einer Gruppe von Studierenden, die sich in einer Chatgruppe ├╝ber ihr Anthropologie-Seminar mit ihrem Professor austauschen wollen. Kathy erh├Ąlt einen mysteri├Âsen Kettenbrief, den sie in die Gruppe postet - kurz darauf ist sie tot. W├Ąhrend die ├╝brigen noch versuchen, ihrer Trauer Herr zu werden, hackt sich jemand Unbekanntes in die Gruppe und beginnt, weitere mysteri├Âse Nachrichten und Drohungenzu schreiben ...

Meine Meinung:


Die Thriller-Elemente, die Tibor Rode in diese Geschichte verarbeitet, sind nicht gerade neu. Auch wenn ich kein Fan von Horror-Geschichten bin, fallen sogar mir die ├ähnlichkeiten zu Filmen wie "The Ring" oder "In drei Tagen bist du tot" auf. Trotzdem hat mich die ungew├Âhnliche Art, wie das Buch geschrieben ist, die ersten Kapitel sehr, sehr rasch lesen lassen ... Denn die Geschichte wird ausschlie├člich in Textnachrichten erz├Ąhlt, die die Studierenden und ihr Professor in ihre Chatgruppe schreiben.


Die Formatierung des Textes empfand ich pers├Ânlich vor allem in der Kindle-App als etwas gew├Âhnungsbed├╝rftig, aber das tut dem Lesespa├č letztendlich keinen Abbruch. Ich m├Âchte es nur der Vollst├Ąndigkeit halber erw├Ąhnen, weil ich den Fall noch nie hatte, dass der Text am Reader und am Tablet so unterschiedlich aussah ... Aber zur├╝ck zum Thema :).

Bedingt durch die Erz├Ąhlweise erf├Ąhrt der Leser viele Dinge nur indirekt, einzelne Situationen, in die die verschiedenen Figuren geraten, werden entweder nur nacherz├Ąhlt oder nur angerissen. Aus demselben Grund erf├Ąhrt man auch nicht viel ├╝ber die einzelnen Figuren, da die Dialoge haupts├Ąchlich die Nachrichten und die Reaktionen darauf beinhalten. Einzelne Figuren erhalten ein wenig Tiefe, wenn die Frage auftaucht, wo die Angeh├Ârigen leben - aber mehr darf man sich nicht erwarten.

Die Spannung entsteht haupts├Ąchlich aus dem, was man nicht erf├Ąhrt. Das, was man sich vorstellt, was passiert sein k├Ânnte, wenn beispielsweise auf einmal keine Nachricht von einer bestimmten Person mehr im Chat auftaucht, wenn man kurz vorher noch gelesen hat, dass sie Angst hat (Ins Detail will ich jetzt absichtlich nicht gehen, weil Spoilergefahr). Da f├Ąngt man unweigerlich an, sich Fragen zu stellen - und die Neugier w├Ąchst, ob man Antworten bekommt. Hat die Geschichte wirklich einen ├╝bersinnlichen Hintergrund? Wer wird als n├Ąchstes sterben? Auf diese Weise entwickelt die Geschichte einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Abstriche muss ich allerdings beim Ende machen. Das kam f├╝r meinen Geschmack n├Ąmlich ein bisschen zu abrupt. Die Dialogform l├Ąsst hier den Leser mehr oder weniger ohne zufriedenstellende Antworten im Regen stehen ... Von einem Cliffhanger im klassischen Sinn w├╝rde ich aber nicht sprechen. Es ist eher so, dass sehr viel offenbleibt, was man in einer Fortsetzung aufgreifen k├Ânnte.

Mein Fazit:


"The Message" ist ein Thriller, der seine Spannung haupts├Ąchlich aus dem zieht, was nicht erz├Ąhlt wird. Wer sich auf die ungew├Âhnliche Erz├Ąhlweise einlassen kann, wird mit einer Geschichte belohnt, die man nur schwer aus der Hand legen kann. Lediglich das Ende f├╝hrte bei mir zu einem Abzug bei der Bewertung.

  • ★★★★
  • E-Book
  • 140 Seiten
  • beTHRILLED by Bastei Entertainment
  • 978-3732532902

4 Kommentare

  1. Liebe Ascari,
    danke f├╝r diese sch├Âne, ausf├╝hrliche Rezension dieses ungew├Âhnlichen Buches. Ich habe mich beim Lesen deiner Zeilen bei der Frage erwischt, ob ich langsam - altersbedingt - verkarste. Denn leider kann ich mich mit der Idee eines reinen "Message-Romans" so gar nicht anfreunden. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich schon zu viel Zeit am Tag mit Instant Messaging-Programmen besch├Ąftigen muss. Schwierige Frage... Ich werde deine Mahnung, sich dieser ungew├Âhnlichen Form nicht zu schnell zu verschlie├čen, ernst nehmen und es ├╝berlegen ;) Danke nochmal f├╝r die Besprechung!
    Liebe Gr├╝├če
    J├╝rgen

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    1. Lieber J├╝rgen,

      danke f├╝r deinen Kommentar! Ich finde halt, man sollte jedem Buch eine Chance geben, wenn man das Gef├╝hl hat, dass die Geschichte einem gefallen k├Ânnte. Gott sei Dank gibt es ja Leseproben :). Aber tr├Âste dich: Es gibt auch B├╝cher, die mich zwar interessieren, die ich aber aufgrund des Schreibstils nicht aushalte :D.

      Liebe Gr├╝├če
      Ascari

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  2. Ist es schon wieder so lange her, dass wir das Buch gelesen haben? :O Wo ist die Zeit nur geblieben? Deine Rezension gef├Ąllt mir sehr gut, sie bringt genau die St├Ąrken und Schw├Ąchen des Romans zum Ausdruck. Bei mir war damals allerdings die Formatierung auf dem Kindle genau wie bei dir auf dem iPad. Komisch.. vielleicht hatte ja Isrun damit etwas zu tun? :O

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    1. Liebe Nise,

      sieht ganz so aus :). Und ganz sicher hat hier ein Geist seine H├Ąnde im Spiel, was die Formatierung angeht :D.

      Liebe Gr├╝├če
      Ascari

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