Rezension Sarah J. Maas - Throne of Glass "Die Erwählte"

"Die Erwählte" ist das erste Buch aus der Serie "Throne of Glass". Mittlerweile gibt es auf Deutsch drei Bücher, im Herbst wird Band 4 als Taschenbuch erscheinen. Bei Sarah von Büchermops findet aus diesem Grund eine Bloggeraktion statt mit der Chance auf einen Platz bei einer Blogtour, für die man sich noch bis Sonntag, 19. Juni, bewerben kann.

Durch Sarah wurde ich übrigens auch auf diese Bücher aufmerksam, deswegen dachte ich mir, gibst du dir einen Schubs und schaust mal, warum sie diese Bücher so toll findet :). Daher wanderte "Die Erwählte" mal auf meinen SuB, blieb dort allerdings nicht allzu lange.

Zum Inhalt:


Celaena Sardothien ist eine berühmt-berüchtigte Assassinin, die wir anfangs in den Salzminen von Endovier kennenlernen, in die sie aufgrund ihrer "Arbeit" geschickt wurde. Eines Tages bietet sich ihr die Chance, dem sicheren Tod zu entgehen, da der König von Ardalan einen Champion sucht, der für ihn arbeitet. Begleitet vom Kronprinzen Dorian Havilliard und vom Captain der königlichen Garde, Chaol Westfall, reist sie zum gläsernen Schloss des Königs, wo schon bald der Wettkampf um die Position des Champions losgeht ...

Meine Meinung:


Bereits die ersten Seiten des Buches ließen mich einige Male schmunzeln. Obwohl Celaena relativ jung ist, mangelt es ihr nicht an Selbstbewusstsein und sie überlegt schon mal, wie sie Chaol, der sie zur Audienz beim Prinzen bringt, überwältigen und entfliehen kann. Das Angebot jedoch, Champion zu werden und dann endgültig frei zu sein, kommt ihr entgegen - und sie lässt sich nach Rifthold bringen, wo der König residiert. Anfangs durch die Sklavenarbeit ziemlich mitgenommen, muss sie erst einmal trainieren, ehe sie sich den ersten Prüfungen stellen kann, mit denen die Kandidaten für die Position ausgesiebt werden.

Was soll ich sagen? Dachte ich anfangs eher an eine etwas kriegerische Geschichte, entwickelte sich das Buch ganz anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Celaena ist nicht nur Kämpferin und Kriegerin, sondern auch eine junge Frau, die Bücher, hübsche Kleider und Schmuck liebt. Dies ist zwar ein wenig ungewöhnlich, lässt ihren Charakter aber definitiv interessanter werden. Leider werden in High Fantasy Romanen Frauen entweder als Kriegerinnen oder als elegante Damen vorgestellt - warum darf eine Frau nicht beides sein? Selbst "Das Lied von Eis und Feuer" stellt hier keine Ausnahme dar, da stehen auf der einen Seite Brienne von Tarth bzw. Arya Stark und auf der anderen Cersei Lannister oder Margaery Tyrell.

Auch das Liebesdreieck - wenn man es hier überhaupt so nennen kann - entwickelt sich nicht so, wie man es von anderen Büchern kennt. Celaena entwickelt zwar für beide Männer Gefühle, nur wie stark sie sind und wem von beiden sie den Vorzug geben wird, bleibt im Grunde offen. Sieht es anfangs sehr zugunsten eines der beiden Charaktere aus, merkt man spätestens gegen Ende, dass die Dinge nicht ganz so einfach sind :).

Die Liebesgeschichte ist es auch, die ich ein wenig "brav" fand, denn zu mehr als Küssen und Kuscheleien kommt es nicht. Nicht dass ich mir jetzt mehr Details wünschen würde, aber Sex so auszuklammern, kommt mir etwas befremdlich vor ... Bei den Kampf- und Gewaltszenen ist Maas bei den Beschreibungen jedenfalls deutlich weniger zimperlich.

Was ich mir ebenfalls gewünscht hätte, wäre, wenn im Mittelteil dem Wettkampf etwas mehr Platz eingeräumt worden wäre. Die Prüfungen, mit denen die Kandidaten ausgesiebt werden, werden fast wie Nebensächlichkeiten behandelt (bis auf eine einzige Szene). Hier hätte ich mir schon gewünscht, dass der Schwerpunkt wieder etwas mehr auf die Kriegerin Celaena gerückt worden wäre und weniger auf die Frau.

Trotzdem ist es mir nicht schwer gefallen, der Geschichte weiter zu folgen, da es einige Geheimnisse und unerklärliche Vorkommnisse im Schloss gibt, wo mich dann die Neugier gepackt hat. Jede Menge Tote - wer ist dafür verantwortlich? Selbst das Ende lässt hier erfreulicherweise einige Fragen offen, auf dessen Auflösung ich schon gespannt bin - und daher wird mir wohl nichts übrig bleiben, als weiterzulesen :D.

Zum Schreibstil möchte ich auch noch etwas sagen: Ich habe sowohl in die englische als auch in die deutsche Ausgabe hineingelesen. Wer halbwegs gut Englisch kann, wird mit dem Original sicherlich auch keine Probleme haben, da der Schreibstil jungen Lesern angepasst und daher nicht sehr kompliziert ist. Ich habe dieses Mal allerdings bewusst zur deutschen Ausgabe gegriffen, weil ich es bequem haben wollte.

Mein Fazit:


"Die Erwählte" ist für eine Serie im High Fantasy Bereich ein interessanter und abwechslungsreicher Auftakt, bei dem ich mir eigentlich nur gewünscht hätte, dass der Schwerpunkt der Erzählung mehr auf der Kriegerin als auf der Frau Celaena gelegen hätte. Trotzdem habe ich mich bereits bei dem Gedanken ertappt, dass ich wissen möchte, wie es weitergeht :).

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