21. März 2017

Literaturplausch - die Frühlingsausgabe #1

Pünktlich zum Frühlingsbeginn gibt es wieder mal einen Literaturplausch von mir. Der letzte ist doch schon wieder eine Zeit lang her, aber es ergibt sich halt nicht immer, einen zu schreiben ...


Wenn ich so zurückblicke auf das, was ich in letzter Zeit alles gelesen habe, muss ich sagen, dass es hauptsächlich Rezensionsexemplare waren. Das war zwar in der Form nicht so ganz geplant, aber gut. In einem Fall hab ich zumindest die Ausrede, dass ich den Veröffentlichungstermin des Buchs tatsächlich übersehen habe, weil ich es gut sechs Wochen vorher angefragt habe (glaube ich).

#read


Aus dem Februar in den März habe ich folgendes Buch mitgenommen, weil es besser zum Thema der Mottochallenge für den März gepasst hat als für den Februar:

Mark Frost - Sieben

Klappentext:
London 1884. Der Schriftsteller Doyle nimmt an einer spiritistischen Sitzung teil – dem Auftakt eines unentrinnbaren Albtraums.Von teuflischen Verschwörern und lebenden Mumien gejagt, gerät er immer tiefer in ein Labyrinth des Grauens, in dem der Satan selbst die Krieger der Finsternis zu befehligen scheint.

Wenn man es genau nimmt, war es eigentlich sogar ein Re-Read. Und ein gutes Beispiel dafür, dass Bücher einem heute nicht mehr so gut gefallen müssen wie noch vor 20 Jahren (Denn solange dürfte es schon her sein, dass ich es gelesen habe). Ich erinnere mich noch sehr gut, dass ich damals hin und weg von dieser Mischung aus Horror, Phantastik und Krimi / Thriller war ...

Jetzt habe ich es mit ganz anderen Augen ein weiteres Mal gelesen - und eigentlich ganz andere Dinge daran gut gefunden als damals. Frost hat nämlich jede Menge feiner, kleiner Details in seine Geschichte eingebaut (Details aus Doyles Leben beispielsweise), die man kennen muss, um den Roman zu schätzen.

#reading


Jürgen Albers - Crossroads

Inhaltsangabe:
Charles Norcott, britischer Chefermittler auf den Kanalinseln, wird im Juni 1940 während der Evakuierung der Bevölkerung nach Guernsey gerufen. Eine Frau wurde ermordet. Offensichtlich hat sie es zu Lebzeiten mit der ehelichen Treue nicht ganz so genau genommen ... Zur selben Zeit sind verschiedene Geheimdienste auf den Inseln aktiv, die alle ihr eigenes Süppchen kochen. Wird es Charles gelingen, den Wettlauf mit der Zeit zu gewinnen und vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht herauszufinden, wer die Tote auf dem Gewissen hat?

Da Jürgen aktuell damit beschäftigt ist, sein Buch zu überarbeiten, habe ich mich bereit erklärt, die Beta-Leserin zu machen, um für die Neuauflage mein Scherflein beizutragen. Da ich historische Krimis durchaus liebe, die in einer interessanten Zeit spielen, bin ich schon sehr gespannt, was sich Jürgen da für uns ausgedacht hat. Im Moment bin ich zwar noch am Anfang, aber die ersten Kapitel klingen auf jeden Fall schon einmal vielversprechend.

#listened


Gehört habe ich leider in diesem Monat bisher noch nicht so viel. Außer das Hörbuch zu "Little Brother", denn genau wie das E-Book ist auch das Hörbuch frei zum Download verfügbar. Der Sprecher Fabian Neidhardt hat mir dabei sehr gut gefallen, die Geschichte selbst ist sowieso von erschreckender Aktualität ... Trotzdem hatte ich zwischendurch so meine Probleme mit der Geschichte, weil als Roman für meinen Geschmack einige Schwächen darin sind.

Cory Doctorow - Little Brother

Klappentext:
Marcus, alias «w1n5t0n», ist 17, smart und ein begeisterter Gamer. Als Terroristen die Oakland Bay Bridge in San Francisco in die Luft sprengen, befinden er und seine Freunde sich zur falschen Zeit am falschen Ort. Agenten der Sicherheitsbehörde halten sie für verdächtig und verschleppen sie auf eine geheime Insel, wo sie tagelang verhört, schikaniert und gedemütigt werden. Als Marcus freikommt, hat sich San Francisco in einen Überwachungsstaat verwandelt. Jeder Bürger – ein potentieller Terrorist; Menschenrechte – zweitrangig; Freiheit – ein «Sicherheitsrisiko».
 

Marcus und seine Freunde können nicht akzeptieren, was geschehen ist – und beschließen, sich zu wehren. Mit Hilfe subversiver neuer Medien organisieren sie sich zu einer «Gamer-Guerilla». Ihr Plan: Sabotage der staatlichen Überwachung. Ihre Waffen: die Zukunftstechnologien. Ihr Ziel: der Sturz der Regierung.

#listening


Diesen Monat hatte ich wirklich die Qual der Wahl, was Hörbücher betrifft ... So viel Interessantes und Neues. Am Ende habe ich mich gestern recht spontan für Sebastian Fitzeks neues Werk "AchtNacht" entschieden. Mit Simon Jäger als Sprecher kann ich da ja nicht besonders viel falsch machen ...

Klappentext:
Es ist der 8. 8., acht Uhr acht. Sie haben 80 Millionen Feinde. Werden Sie die AchtNacht überleben?
Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie. Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen. In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen. Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei. Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten - und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!


Ich glaube, das ist mein erster Fitzek seit gut 10 Jahren ... Irgendwie konnte ich mich nicht mehr für seine Bücher erwärmen (Hatte damals nach seinen ersten das Gefühl, die Luft ist raus), aber bei diesem hier fand ich jetzt das erste Mal seit langem das Thema wieder einmal interessant. Ich kenne zwar den Film "The Purge" nicht, der gleich im Vorwort zitiert wird, aber ich lasse mich überraschen.

#newin


Als letztes eingetroffenes Rezi-Ex kann ich bei mir "Smoke" von Dan Vyleta verbuchen. Kein Wunder, denn bei dem Klappentext haben bei mir sofort alle Antennen Alarm geschlagen - das ist sowas von meins 😁.

Dan Vyleta - Smoke

Klappentext:
Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen.

Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...


Nächste Woche wird es übrigens hier zu diesem Buch eine kleine Leserunde geben. Wer es also auch daheimliegen hat, ist herzlich eingeladen, sich uns anzuschließen.

#sonstnoch


Ich habe in der Zwischenzeit wieder an weiteren Lesezeichen gearbeitet, eines ist bereits auf dem Weg zu seinem neuen Besitzer, da es ein Geschenk ist. Das kann ich daher im Moment auch nicht herzeigen, sorry. Das zweite ist daneben etwas zu kurz gekommen, aber das wird schon.

© Peter Beck / Emons Verlag

Bei Kerstin und Janna von KeJas-BlogBuch gibt es noch bis Sonntag Abend ein tolles Gewinnspiel, wo man eines von drei Exemplaren von Peter Becks neuem Thriller "Korrosion" gewinnen könnt. Da es als Aktion läuft, wo ihr für den Gewinn auch eine Kleinigkeit tun müsst, schaut euch mal die verschiedenen Rezensionen bei Nisnis, Laberladen, NichtohneBuch und Kerstin bzw. Janna zu dem Buch an!

18. März 2017

Rezension Mary E. Pearson - Der Kuss der Lüge

Auch wenn ich von dem Hype um die Buchreihe der "Remnant Chronicles" wieder mal nur wenig mitbekommen habe, war ich doch neugierig genug, dieses Buch lesen zu wollen. "Die Chroniken der Verbliebenen" bestehen aktuell aus drei Büchern und einer Novelle, die die Vorgeschichte erzählt. Im englischsprachigen Raum ist die Trilogie bereits vollständig erschienen.

Zum Inhalt:


Prinzession Arabella, die am liebsten nur Lia gerufen werden möchte, flieht am Tag ihrer Hochzeit aus dem Königspalast ihrer Eltern, weil die Ehe arrangiert wurde und sie ihren zukünftigen Mann nie kennengelernt hat. In einem weit entfernten Küstenstädtchen findet sie mit ihrer Freundin Pauline Unterschlupf und beginnt, als Schankmädchen zu arbeiten. Ihr auf den Fersen sind gleich zwei Männer, der Prinz, den sie eigentlich heiraten sollte, und ein Attentäter aus einem verfeindeten Königreich ...

Meine Meinung:


Die Inhaltsangabe hört sich jetzt nicht besonders spektakulär an. Und das ist auch das, was die meisten kritischen Rezensionen diesem Buch ankreiden: Dass einmal nach dem recht actionreichen Anfang relativ lang eher wenig passiert. Dem kann ich nicht einmal widersprechen, verstehe daher auch recht gut, warum manche das Buch noch vor der Hälfte abgebrochen haben.

Weshalb ich persönlich trotzdem recht gut über die erste Hälfte des Buches kam, ist dem Schreibstil der Autorin geschuldet: Er ist nicht besonders anspruchsvoll, aber er hat etwas an sich, was mich wirklich durch die Seiten fliegen hat lassen. Und etwa ab der Hälfte wird man für die Geduld belohnt, die Handlung kommt wieder in Schwung - nicht zuletzt durch die Entscheidungen, die Lia zu treffen gezwungen ist.

Lia selbst macht im Verlauf des Buches die meiste Wandlung durch: Erschien sie mir am Anfang eher wie ein rebellischer Teenager, der sich von seinen Eltern keine Ehe aufzwingen lassen will, beginnt sie sich doch noch ihrer Verantwortung als Prinzessin und den daraus resultierenden Aufgaben bewusst zu werden.

Die beiden Jungs dagegen, die ihr zur Seite gestellt werden, empfand ich allerdings eher als farblos. Ich konnte sie am Anfang nicht einmal auseinander halten, tat mich daher mit dem Rätselspiel, wer von ihnen der Attentäter und wer der Prinz ist, eher schwer - und habe es dann irgendwann aufgegeben. Und nach der ersten Hälfte erschloss es sich mir dann eh von selbst :).

Während ich die Gefühle des Prinzen zumindest nachvollziehen konnte (Er zollt ihr Respekt dafür, dass sie den Mut hatte, sich der ungewollten Heirat zu widersetzen), fand ich den Attentäter absolut nicht glaubhaft. Dafür handelt er viel zu irrational, denn welcher gedungende Mörder nimmt schon die Strapatzen auf sich, die flüchtige Prinzessin zu finden und quartiert sich dann erst mal gemütlich in dem Gasthaus ein, wo sie arbeitet? Aber das musste wohl so eingebaut werden, damit das fast schon obligatorische Love Triangle aufgebaut werden kann ...

Dies hat mir beim Lesen vor allem am Anfang einige zwiespältige Gefühle bereitet, die erst in der zweiten Hälfte etwas besänftigt wurden, als klar wird, dass es um weitaus mehr geht als um die persönlichen Gefühle unserer drei Hauptfiguren. Hier gelingt es der Autorin in meinen Augen durchaus, noch einmal das Ruder herumzureißen und eine Geschichte zu konstruieren, die neugierig macht, wie es weitergeht.

Zu viel möchte ich hier gar nicht mehr sagen, da das wahrscheinlich alles als Spoiler auszulegen ist. Ich kann mich jedenfalls nur wiederholen: Lia mausert sich langsam, aber sicher und beginnt eigene Entscheidungen zu treffen - gleichzeitig erfahren wir etwas mehr über die Welt, in der Lia lebt und wie es mit der Magie darin bestellt ist. Gleichzeitig kommt auch die Geschichte um einen bestimmten Gegenstand in Schwung, der weitere Fragen und Rätsel aufwirft. Was es damit auf sich hat, werden wir wohl erst in einem der Nachfolgebände erfahren ...

Das Ende ist natürlich wie meist üblich in einer Trilogie relativ offen, kam aber für mich nicht so sehr als Schocker rüber wie in anderen Trilogien. Einen echten Cliffhanger hat die Autorin hier nicht geschaffen, die Neugier auf die Fortsetzungen entsteht für mich eher dadurch, was generell in der zweiten Hälfte des Buches an Themen aufgebracht wurde. Da der zweite Teil aber eh schon recht bald auf Deutsch erscheint, ist die Qual der Wartezeit jedenfalls nicht ganz so lang wie bei anderen Mehrteilern.

Mein Fazit:


Um dieses Buch zu mögen, muss man schon erfolgreich die Hürde der ersten Hälfte nehmen, anders kann ich es tatsächlich nicht ausdrücken. Erst danach nimmt die Geschichte Fahrt auf und vermag zu fesseln. Trotzdem hat das Buch Potenzial, das die Autorin hoffentlich in den weiteren Bänden noch erfolgreicher ausschöpfen kann.

  • ★★★★★
  • Hardcover
  • 559 Seiten
  • One
  • 978-3846600368

15. März 2017

SuBventur / 15.03.2017

Janna und Kerstin haben auf ihrem Blog vor einem Monat damit angefangen - und dann beschlossen, eine Aktion daraus zu machen. Jeweils zum 15. eines Monats steht somit die sogenannte SuBventur an, ein gnadenloses Abtauchen in die Regale bzw. in die Untiefen des Speicherplatzes am Computer.

Als ich das erste Mal davon las, dachte ich mir, super Idee, da bekomme ich endlich auch einmal eine Übersicht darüber, was bei mir alles in meinen Ecken versteckt schlummert. Und ich bin sowohl in meinen vier Wänden als auch am Computer eine Großmeisterin darin, Dinge zu verbergen, damit ich sie nicht sehen muss ...


Am Ende war ich nicht begeistert, ich gestehe es. Auch wenn ich es Janna jetzt nachmache und meine Fach- und Sachbücher erst einmal außen vor lasse, kamen da für meinen Geschmack noch immer zu viele Titel heraus ... Ich bin offensichtlich auch eine kleine Expertin darin, mir selbst in die Tasche zu lügen, wenn ich bestimmte Dinge nicht sehen will *seufz*.

Mir ist übrigens durchaus klar, dass mein Stapel sich für andere wahrscheinlich immer noch niedlich anhören wird, aber ... Wie auch immer: Vorhang auf für die Bücher, die zeitweise schon so lange ungelesen in meinem Regal stehen, dass ich sie irgendwie schon übersehen / verdrängt / vergessen habe.

SuBventur Stand 15.03.2017

Insgesamt: 56



SuH / Stapel ungehörter Hörbücher

1. Kai Meyer - Die Krone der Sterne
2. Graham Moore - Die Tage der Nacht
3. bis 18. George R.R. Martin - Das Lied von Eis und Feuer 5 - 20 (in der Audible Ausgabe)



SuE / Stapel ungelesener E-Books

19. E.O. Chirovici - Das Buch der Spiegel
20. Nele Neuhaus - Im Wald
21. Mechtild Borrmann - Trümmerkind



SuB / Stapel ungelesener Bücher

22. Sarah J. Maas - Königin der Finsternis
23. Dietrich Faber - Toter geht's nicht
24. Sarah J. Maas - Empire of Storms
25. Daniel Wolf - Das Gold des Meeres
26. Abigail Gibbs - Dark Heroine
27. Karl Olsberg - Mirror
28. Sebastian Fitzek - Das Paket
29. Sebastian Fitzek - Passagier 23
30. Egyd Gstättner - Karl Kraus lernt Dummdeutsch
31. Morton Rhue - Fame Junkies
32. Dan Wells - Tötet uns alle
33. Laurie R. King - Die Gehilfin des Bienenzüchters
34. Nicholas Meyer - Sherlock Holmes und das Phantom der Oper
35. Vanessa Diffenbaugh - Weil wir Flügel haben
36. Edith Kneifl - Die Tote von Schönbrunn
37. Edith Kneifl - Totentanz im Stephansdom
38. Melanie Lahmer - Knochenfinder
39. M.C. Lachmann - Der Bestseller
40. J.J. Abrams & Doug Dorst - S "Das Schiff des Theseus"
41. Sebastian Fitzek - Der Nachtwandler
42. Dan Vyleta - Smoke
43. Erin Watt - Paper Princess



SuR / Stapel ungelesener Romanhefte

44. Charly Blood - Morbus Bd. 5 "Blutrosen"
45. bis 56. Perry Rhodan Miniserie Arkon 1 - 12



Fazit / Erkenntnis

Da dies meine erste SuBventur ist, sind jetzt natürlich einmal alle Titel ohne eine besondere Reihenfolge aufgelistet. Für meinen Geschmack sind es aber trotzdem zu viele. Man merkt, dass ich einiges geschenkt bekommen habe, dass sich irgendwie zusammensummiert hat, ohne dass ich es groß zur Kenntnis genommen habe.

Ich glaube, meine nächste Aufgabe wird daher wieder einmal darin bestehen, bei den Wackelbüchern (die, wo ich mir nicht sicher bin, ob ich sie wirklich interessant finde) die ersten 50 Seiten zu lesen und dann zu entscheiden, ob der öffentliche Bücherschrank wieder einmal Nachschub verdient hat ...

10. März 2017

Rezension Lisa McAbbey - Der Spion mit dem Strumpfband

Ich gebe zu, in letzter Zeit treibe ich mich gern bei Netgalley herum. Die Auswahl der E-Books wird mittlerweile immer größer und es ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Daher fand auch Lisa McAbbeys "Der Spion mit dem Strumpfband" über diese Plattform zu mir. Wer das Buch noch lesen möchte: Meine Rezension enthält einige Spoiler, daher aufpassen!

Zum Inhalt:


Clarissa Greenly, Tochter eines englischen Baronets, ist gezwungen, selbst Geld zu verdienen, um die Schulden ihres Vaters abzuzahlen. Aus diesem Grund arbeitet sie als Spionin für die sogenannte "Spinne". Ihr nächster Auftrag: Ein Notizbuch zu beschaffen, das Beweise für den Verrat des Earls von Hawkhurst enthalten soll. Eigentlich ein Kinderspiel, wären da nicht die ungewohnten Gefühle, die der Earl in ihr auslöst ...

Meine Meinung:


Ich mag historische Romane eigentlich sehr gern. Aber die richtig "großen" Geschichten sind für mich selten geworden, weil das Genre für meinen Geschmack viel zu sehr auf Liebesgeschichten in historischem Setting fixiert ist. Der "Spion mit dem Strumpfband" hörte sich für mich ebenfalls nach einer solchen Geschichte an, versprach allerdings neben der Liebe auch einen Abenteuer- bzw. Spionageroman.

Um es gleich mal vorab zu sagen: Ich hatte mir ein bisschen mehr erwartet, als ich bekommen habe. Die Autorin hat einen guten und flüssigen Schreibstil, der es mir leicht gemacht hat, durch die Seiten zu fliegen. Er wirkt zwar an manchen Stellen etwas altmodisch ("Sapperment" beispielsweise habe ich auch schon sehr lange nicht mehr in einem Buch gelesen), passte aber sehr gut zu der Geschichte, die ja Mitte des 18. Jahrhunderts angesiedelt ist. Auch die einzelnen Begegnungen der Protagonisten bzw. die Liebesszenen waren durchaus anregend und nicht zu detailliert beschrieben.

Was mir weniger gefallen hat, ist die Art, wie sich die Handlung entwickelt: Die Vorgeschichte, warum Clarissa Spionin geworden ist, wird auf den ersten Seiten sehr rasch abgehandelt, dann hat auch schon der Earl seinen ersten Auftritt, mit dem er Clarissa gleich mal gewaltig durcheinander bringt. Dann wechselt die Perspektive und man bekommt einen Einblick in die Gedankenwelt des Earls, der sich von den etwas unzüchtig gezeigten Beinen der Dame verwirren lässt ... In weiterer Folge wird immer wieder abwechselnd aus seiner und ihrer Sicht erzählt, wobei seine Gedanken im Verhältnis aber eher zu kurz kommen - außer es geht um Clarissa.

Da der erste Versuch scheitert, an das Notizbuch zu kommen, unternimmt Clarissa zwangsläufig weitere Anläufe, das Buch zu finden. Das führt dazu, dass sie immer wieder auf den Earl trifft und wieder scheitert, weil ihre stärker werdenden Gefühle ihr einen Strich durch die Rechnung machen. Anfangs konnte ich diese emotionalen Verwirrungen noch nachvollziehen, aber mit jeder Wiederholung wurde es für meinen Geschmack unglaubwürdiger.

Clarissa wurde anfangs als gut ausgebildete Spionin beschrieben, die bisher alle Aufträge erfolgreich erledigt hat - und dann passiert ihr ein Schnitzer nach dem anderen? An manchen Stellen erschien mir ihre Art auch arg naiv. Ein gutes Beispiel dafür ist, dass ihr kein einziges Mal der Gedanke kommt, dass man sie trotz ihrer verschiedenen Verkleidungen an ihrer auffälligen Augenfarbe (Sie sind veilchenblau!) erkennen kann. Im Gegensatz zum Earl natürlich, der dadurch sofort alle ihre Verkleidungen durchschaut.

In die Geschichte eingebettet finden sich auch einzelne Hinweise auf die englische Politik zu jener Zeit, mit denen ich mich allerdings schwergetan habe, da mir entsprechende Vorinformationen beim Lesen gefehlt haben. Erst das Nachwort erklärt hier einige Zusammenhänge ... Hier hätte ich mir tatsächlich noch ein paar Seiten mehr gewünscht, um dem Roman mehr Tiefe zu geben und den Leser noch besser in die Zeit damals zu versetzen. So blieb die Geschichte für mich leider an vielen Stellen viel zu sehr an der Oberfläche, um mich richtig packen zu können.

Mein Fazit:


Wer auf historische Romane im Stil der "Historicals" aus dem Cora-Verlag steht, ist mit diesem Roman bestimmt bestens bedient. Für mich war das Buch aber ein wenig zu oberflächlich, um mich wirklich richtig begeistern zu können. Ein bisschen mehr historische Tiefe und weniger Liebestaumel hätten der Geschichte nicht geschadet.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 259 Seiten
  • beHEARTBEAT by Bastei Entertainment
  • 978-3732535958

6. März 2017

6 of ... Start Reading in English #2

Ihr erinnert euch vielleicht noch an "6 of", die neue Rubrik in meinem Blog? Die Idee ist, in unregelmäßigen Abständen zu bestimmten Mottos oder Themen Bücher vorzustellen. Wer den Top Ten Thursday kennt, wird das Prinzip bestimmt wiedererkennen, aber ich bemühe mich, zu den Themen auch Bücher aufzugreifen, die nicht so häufig vorgestellt werden.

Heute greife ich ein weiteres Mal englische Bücher auf, da beim ersten Mal für meinen Geschmack einige Bücher zu kurz gekommen sind, die ich ebenfalls gern vorstellen wollte. Die ersten sechs Bücher findet ihr hier, heute geht es mit den nächsten sechs weiter :).


Start Reading in English #2


Da mir dabei durchaus bewusst ist, dass unser aller Lesegeschmack und auch unsere Englisch-Kenntnisse sehr unterschiedlich sind, habe ich versucht, Bücher herauszupicken, die nach einigen Jahren Schulenglisch (hoffentlich?) gut lesbar sind und die vom Alter her ab 16 Jahren aufwärts geeignet sein dürften. Ich lese aber mittlerweile schon seit dem Ende meiner Schulzeit immer wieder englische Bücher, daher seht es mir nach, wenn euch das eine oder andere Buch vielleicht nicht ganz so leicht vorkommt ...



Autor: Khaled Hosseini
Titel: A Thousand Splendid Suns

Klappentext:
Born a generation apart and with very different ideas about love and family, Mariam and Laila are two women brought jarringly together by war, by loss and by fate. As they endure the ever escalating dangers around them—in their home as well as in the streets of Kabul—they come to form a bond that makes them both sisters and mother-daughter to each other, and that will ultimately alter the course not just of their own lives but of the next generation


"A Thousand Splendid Suns" ist das zweite Buch des Autors, das 2007 auch auf Deutsch erschien ist. Es ist nach "The Kite Runner" auch das zweite Buch, dass sich mit dem Schicksal von verschiedenen Bewohnern Afghanistans beschäftigt. Wer sich nicht scheut, etwas Gesellschaftskritisches zu lesen, kann mit dem Buch bestimmt nichts falsch machen.



Autorin: Kiera Cass
Titel: Selection

Klappentext:
For thirty-five girls, the Selection is the chance of a lifetime. The opportunity to escape the life laid out for them since birth. To be swept up in a world of glittering gowns and priceless jewels. To live in a palace and compete for the heart of gorgeous Prince Maxon.
But for America Singer, being Selected is a nightmare. It means turning her back on her secret love with Aspen, who is a caste below her. Leaving her home to enter a fierce competition for a crown she doesn't want. Living in a palace that is constantly threatened by violent rebel attacks.
Then America meets Prince Maxon. Gradually, she starts to question all the plans she's made for herself—and realizes that the life she's always dreamed of may not compare to a future she never imagined.


"Selection" ist wohl mit Abstand eines der am häufigsten auf Buchblogs vorgestellten Bücher - und das, obwohl die Veröffentlichung des ersten Bandes schon eine Weile zurückliegt. Wer die Bücher auf Deutsch mochte und Lust auf einen Reread hat - die Bücher sind auch auf Englisch gut zu lesen, selbst wenn man nicht jedes einzelne Wort versteht.

2. März 2017

Tops & Flops / 02.2017

Ausnahmsweise bin ich heute mal einen Tag später dran als sonst, um euch meine Tops & Flops für den Februar zu präsentieren. Der Monat war zwar im Vergleich zum Jänner wieder etwas schwächer, aber es reicht noch immer aus, um eine Auswahl zu treffen.


Thematisch war der Februar eigentlich von zwei Genres geprägt: Thriller / Krimi und Liebe / Erotik. Viel dazwischen gab's nicht. Irgendwie also ein Monat der Extreme. Trotzdem habe ich überlegen müssen, wer seinen Platz dieses Mal auf dem Siegertreppchen finden darf.

Und wenn ich mir nicht sicher bin, gehe ich meistens bei Goodreads die Bücher durch, die ich im jeweiligen Monat gelesen habe. Durch die Sortierung nach "Date read" kann ich dann immer schön sehen, was ich wann gelesen und wie ich es bewertet habe. 

Top des Monats: Gelesenes

Da die Hörbücher ja quasi außer Konkurrenz laufen, weil in einer eigenen Rubrik, ist "The Message" von Tibor Rode das am besten von mir bewertete Buch in diesem Monat. Wenn ihr wissen wollt, warum: Die Rezi gibt's hier.


"The Message" wird ausschließlich über Chat-Nachrichten erzählt, dies sorgt für eine recht ungewöhnliche Erzählperspektive, die aber - wenn man erst mal angefangen hat zu lesen - eine recht starke Sogwirkung hat. Klassischer Fall von "Ich wollte es eigentlich nur anlesen" und auf einmal hatte ich drei (von zehn) Kapitel hinter mir ... 😄

Top des Monats: Gehörtes

Wo ich mir dagegen schon früh sicher war, war der Toptitel des Monats bei den Hörbüchern. Ab und zu braucht es nur ein einziges Hörbuch in einem Monat, um zu wissen, dass danach einmal nichts mehr heranreicht. Und ein Premiere war's obendrein: Denn bisher habe ich um englische Hörbücher eher einen Bogen gemacht, obwohl ich immer wieder englische Bücher lese.

Aber dank Youtube hab ich mich doch mal an eines herangetraut, denn wie soll man denn als Holmes-Fan nein sagen, wenn der unvergleichliche Benedict mit seiner sexy Stimme höchstpersönlich vier neue Sherlock-Geschichten vorliest?


Beim ersten Mal hören hab ich zwar noch nicht alles verstanden, aber beim zweiten Mal ging es dann schon etwas leichter ... Benedict ist einfach ein Genie, wie er die verschiedenen Dialekte rüberbringt (okay, außer den amerikanischen, der war nicht so das Gelbe vom Ei) - zum Niederknien!

Und dann noch sein leicht nasales Upper-Class-English - so genial! Man konnte fast das Gefühl bekommen, eine Sherlock-Episode zu sehen, äh, zu hören. Von der Länge her kommt es sogar auch für eine einzelne Folge hin, weil das Hörbuch etwas mehr als zwei Stunden dauert. Und ja, ich fange schon wieder an, ein bisschen zu sabbern ... 😉

Flop des Monats

Der Flop des Monats ist der zweite Teil der "Trinity"-Reihe. Bevor ihr fragt, warum ich mir das angetan habe: Ich hatte "Gefährliche Nähe" leichtsinnigerweise vor dem Lesen von Teil 1 als Rezi-Ex angefragt ... Und Feedback geben kann ich nur, wenn ich ein Buch auch gelesen oder zumindest quergelesen habe. Und das Sex- und Liebesgetaumel habe ich dieses Mal recht großzügig übersprungen, ich hatte keine Lust auf weiteres Krankenhaus-reif-Vögeln ...


War der erste Teil schon von jeder Menge Absurditäten geprägt, treibt die Autorin die Handlung noch weiter auf die Spitze. Denn der Stalker bekommt hier eine größere Rolle (unter anderem auch Szenen aus der Ich-Person) eingeräumt. Er geht dabei nicht gerade zimperlich vor, um Gillian, Chase und ihren Freundinnen Angst einzujagen - aber trotzdem ist ja die Welt wieder in Ordnung, wenn Gilli mit ihrem Klammer-Chase Sex hat. Juhuuuu! Und der Kontrollfreak steigert sich sogar auch noch, weil er anfängt, zusätzlich Personen in Gillis Umfeld herumzukommandieren ... Eine Kurzmeinung dazu habe ich auch auf LB und GR veröffentlicht, wenn sie euch interessiert.

Am Ende war ich jedenfalls so geschafft, dass ich mir erst mal Rammstein in voller Lautstärke geben musste und mir zwei Schnäpse genehmigt habe. Ich sage es wirklich nicht gern, aber Finger weg von dieser Reihe! Dagegen war sogar "Calendar Girl" lieb und nett, obwohl ich von diesen Büchern nicht viel gehalten habe ...

26. Februar 2017

Mein SuB kommt zu Wort / 26.02.2017

Lange ist es her, dass ich meinen SuB das letzte Mal zu Wort kommen habe lassen ... Aber zwischendurch hatte er gar sehr zu leiden, da war er im Grund fast nicht mehr existent, mein SuB. Eigentlich ist die Aktion ja am 20. eines Monats bei Annas Bücherstapel fällig, aber ich hab den Termin mehr oder weniger übersehen *Asche auf mein Haupt*. Aber gut, genug der Wort, ich übergebe an den SuB.

1. Wie groß/dick bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)

Andere Leseratten würden mich wahrscheinlich nur noch als SüBchen bezeichnen, so klein bin ich ... Meine genaue Größe kenne ich im Moment nicht einmal, weil Ascari zu faul ist, alle Bücher zu erfassen, die im Moment den Weg zu mir finden. Vermutlich bewege ich mich daher derzeit bei etwa 20 Büchern ...

Aber mittlerweile bin ich bescheiden geworden, ich bin froh, wenn ich überhaupt noch existieren darf. Ascari ist ja auch sooooo gemein zu mir, mich da vor Weihnachten fast auf Null zu reduzieren - ich dachte, mein Herz bleibt stehen!

Aber Gott sei Dank gibt es Weihnachten, ich liebe es. Da werde ich so richtig aufgekratzt, weil ich genau weiß, dass ich wieder wachse - und so schnell ist Ascari dann wieder nicht beim Weglesen, weil sie auch noch ständig zur Bücherei rennt ... Ja, ja, soll sie nur 😈.

2. Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeige mir deine drei neuesten Schätze auf deinem Stapel!

Meine letzten drei Neuzugänge habe ich unter anderem einer Aktion zu verdanken, die von unseren örtlichen Büchereien organisiert wurde: Buch in der Bim. Jeder Besucher durfte sich ein Buch aus der Straßenbahn mitnehmen - und natürlich hat Ascari etwas für mich gefunden :). Morton Rhue dürfte wohl den meisten durch sein Buch "Die Welle" bekannt sein, er hat aber auch andere Themen aufgegriffen, die Jugendliche beschäftigen. "Fame Junkies" kannte Ascari zwar noch nicht, es hörte sich aber interessant an.


"Tötet uns alle" ist wieder einmal ein Geschenk gewesen und "Der Kuss der Lüge" hat Ascari als Rezi-Ex bei Netgalley angefordert. Das sind die letzten drei Bücher, über zwei weitere Neuzugäng darf ich mich hoffentlich nächste Woche freuen 👍.

3.Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?

Das letzte Buch, das mich verlassen hat, ist "Cruelty" von Scott Bergstrom als Hörbuch, das ich aber nur kurz mein Eigen nennen durfte, da Ascari nach "Trinity" etwas gebraucht hat, mit dem sie ihre Aggressionen kompensieren konnte.

Aggressionsbewältung durch Lesen - das war auch mir neu, aber das unterstütze ich natürlich gerne 😄. Im Moment ist sie sich, glaube ich, noch unschlüssig, ob sie es rezensieren soll oder nicht, aber geholfen hat es jedenfalls. Das habe ich mitbekommen ...

4. Liebe SuB, heute richtet sich die Frage an deine Eitelkeit: Besitzt du ganz besonders hübsche Bücher in deinen Weiten oder gar Raritäten mit Sammlerwert? 

Eitel? Ich?? Wie kommt Anna denn auf die Idee ... Echte Sammlerstücke befinden sich derzeit zwar nicht bei mir, aber ein paar hübsche Cover haben sich da schon gefunden. "Empire of Storms" zum Beispiel gefällt mir richtig gut. Oder "Mirror" von Karl Olsberg. Oder "Dark Heroine" von Abigail Gibbs ... Ich glaube, die Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen.

22. Februar 2017

Welche Bücher ich (meistens) meide

Die meisten von uns haben ihre Lieblingsgenres, ganz klar. Logischerweise sprechen und schreiben wir deswegen auch sehr, sehr gern über sie. Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, das Ganze einmal von der anderen Seite her zu beleuchten - sprich: über die Genres zu schreiben, die sich bei mir nie oder nur ganz selten finden ...


Denn seien wir einmal ehrlich: Auch wenn ich gerne betone, dass ich eine Querbeet-Leserin bin, gibt es doch auch Bücher, die ich nie und nimmer in die Hand nehmen werde, weil sie mir aus den unterschiedlichsten Gründen nicht liegen. Da können sie gehypt werden bis zum Umfallen, ich werde sie trotzdem nicht lesen.

Horror-Romane


Ganz oben auf dieser Liste steht das Horror-Genre. In der Hinsicht war ich meistens konsequent, weil ich auch Horror-Filme immer gemieden habe ... Mein Unterbewusstsein sorgt in meinen Albträumen schon so für genügend Horror, da braucht es diesen Input nicht noch extra. Und ja, da lebt das Sensibelchen in mir auf und in Kombination mit der Eigenschaft, die Geschichten der Protagonisten quasi mitzuerleben, leide ich ziemlich mit.

Wobei ich fairerweise einräumen muss, dass es nicht immer ganz leicht ist einzustufen, was ich als Horror empfinde und was nicht. Viele Mystery- oder Gruselgeschichten haben Horror-Elemente - damit kann ich aber meist gut leben. Genauso auch Thriller. Es ist also nicht immer ganz eindeutig, was ich für mich persönlich schon als zu viel empfinde und was nicht.

Manche Autoren haben sich aus diesem Grund noch nicht sehr oft zu mir verirrt, wie beispielsweise Stephen King. Obwohl viele seiner Romane mittlerweile als Klassiker gelten und ich einige Fans kenne, meide ich seine Bücher großteils - ich habe nur "Die Arena" (wegen der TV-Serie "The Dome") und "Dead Zone" (auch wegen der gleichnamigen TV-Serie) von ihm gelesen. Da konnte ich mir relativ sicher sein, was mich erwarten und dass ich das packen würde :).

Blutige Thriller


Das Sensibelchen hat irgendwann auch einmal eine Grenze aus den gleichen Gründen bei den Thrillern gezogen. Bestimmte Autoren gehen mir persönlich einfach zu viel ins Detail, was die Beschreibung von Folterungen, Verstümmelungen und anderen grausigen Dingen angeht. Natürlich geht es nicht ohne Blut, Mord und Totschlag, aber ich mag es nicht, wenn sich der Autor in dem verliert, was jemandem angetan wurde. Ich stelle mir das meist viel zu plastisch vor, daher lese ich solche Bücher nicht mehr sehr oft oder überblättere entsprechende Stellen dann auch.

Was ich auf jeden Fall beobachtet habe, ist, dass die blutigen Thriller seit etwa zehn Jahren am Vormarsch sind. Ich weiß nicht, ob ich mir das einbilde, aber ich habe das Gefühl, dass es früher nicht so viele Geschichten aus diesem Bereich gegeben hat ... Stumpfen wir in dieser Hinsicht immer mehr ab, dass es notwendig wird, die Brutalitäten immer mehr zu steigern, um eine emotionale Reaktion zu provozieren?

Wie auch immer: Für mich sind gute Thriller solche, die die Angst im Kopf entstehen lassen. Die auf bestimmte Dinge verzichten, sie nicht beschreiben und den Rest der Phantasie überlassen. Das Kopfkino ganz bewusst aktivieren mit der Frage, was passiert sein könnte. Ein gutes Beispiel für diese Art Thriller ist meiner Meinung nach Andreas Gruber, der sehr gekonnt mit diesem Nicht-Wissen spielt (und natürlich seinem "Grumpy Cat"-Ermittler Maarten S. Sneijder 😄).

Reine Liebesromane


Ach ja, die Liebe. Gibt es eigentlich Statistiken oder Aufzeichnungen, wie viele Bücher es gibt, in die mal mehr, mal weniger eine Liebesgeschichte eingeflochten wurde? Das wäre ja mal interessant, wie hoch der Anteil im Bereich Belletristik wirklich ist. Und dann müsste man noch einmal auswerten, wie hoch der Anteil mit Happy-Ends ist ... Wenn ich raten sollte, liegt er bestimmt bei 90 Prozent. Was auch irgendwie nachvollziehbar ist, denn wenn wir uns in andere Welten träumen wollen, wollen wir ja nicht erleben, dass es schlecht ausgeht.

Darin liegt meiner Meinung nach aber auch genau das Problem. Reine Liebesromane sind in den meisten Fällen vorhersehbar, wenn man an das Ende denkt. Daher muss schon der Weg zur großen Liebe irgendwie spannend verpackt sein, ansonsten greife ich nicht zu Liebesgeschichten. Es passiert zwar schon immer wieder mal, dass Bücher aus diesem Bereich bei mir landen, aber es geschieht selten. Wenn Liebe, muss sie bei mir mit irgendetwas verknüpft sein, einer Art Abenteuer, die die Figuren - und damit auch mich - auf Trab hält und in deren Verlauf sich die Protagonisten verlieben.

Was mich persönlich auch eher abstößt, ist das Gefühl, wenn der Autor absichtlich auf die Tränendrüse drückt. Wenn es für mich einfach zu gewollt ist, dass die Figuren Schicksalsschläge erlebt haben und diese nun überwinden müssen, um glücklich zu werden. Gerade im Jugendbuch-Bereich ist das ja im Moment sehr beliebt, wirkt auf mich aber häufig einfach nur noch übertrieben. Die Wirklichkeit sieht wahrscheinlich im Vergleich eher langweilig aus, ist aber natürlich nicht so gut geeignet, um mit den Figuren mitzuleiden.

"Literarische" Romane


Okay, ich gebe es zu, was meinen Lesegeschmack angeht, bin ich relativ einfach gestrickt. Ich lese, um mich unterhalten zu lassen - meistens. Ich möchte Geschichten, die es mir erlauben, abzuschalten, mich zu entspannen und ein paar Stunden gefühlt in die Haut der Protagonisten zu schlüpfen. Sie auf ihrem Abenteuer ein Stück zu begleiten, ihnen dabei über die Schulter zu schauen. Was ich aber nicht mag, sind Bücher, die ich nicht verstehe. Die mich ratlos zurücklassen, wo ich das Gefühl habe, dass ich nicht verstanden habe, was sie mir sagen wollten.

Viele dieser Bücher sind in dem Bereich zu finden, der von der Literatur-Szene als Kunst bejubelt wird. Wahrscheinlich kommt hier wahrscheinlich genau derselbe Ansatz zum Tragen, der mich auch an modernen Gemälden, Skulpturen und anderen Kunstwerken verzweifeln lässt: Ich verstehe sie nicht. Verstehe nicht, was an dem Buch oder Bild oder was auch immer Kunst sein soll. Im Museum ist das aber einfacher, da bin ich im Vergleich nicht so lange damit beschäftigt wie mit einem Buch.

Es ist nicht so, dass ich "literarischen" Büchern keine Chance geben will - ganz im Gegenteil. Ich nehme immer wieder mal Anläufe, in neue Genres hineinzuschnuppern und gewohnte Lesebahnen zu verlassen, aber viele Bücher machen es mir schwer. Weil ich keinen Zugang zu ihnen finde und dann erst wieder mit Querlesen und Überblättern anfange auf der Suche nach etwas, was ich verständlich und nachvollziehbar finde.



So, das wäre er mal, mein Versuch, ein wenig zu dokumentieren, welche Bücher und Genres sich eher selten oder gar nicht zu mir verirren. Wie sieht es bei euch aus, welche Geschichten sagen euch nicht so zu?

18. Februar 2017

Rezension Tibor Rode - The Message

"be" ist ein neues Label aus dem Hause Bastei für E-Books aus verschiedenen Genres. Auf eines davon aus der Thriller-Reihe wurde ich erst vor kurzem aufmerksam: "The Message" von Tibor Rode, der sich auch durch Bücher wie "Das Mona-Lisa-Virus" oder "Das Los" einen Namen gemacht hat.

Zum Inhalt:


"The Message" erzählt die Geschichte einer Gruppe von Studierenden, die sich in einer Chatgruppe über ihr Anthropologie-Seminar mit ihrem Professor austauschen wollen. Kathy erhält einen mysteriösen Kettenbrief, den sie in die Gruppe postet - kurz darauf ist sie tot. Während die übrigen noch versuchen, ihrer Trauer Herr zu werden, hackt sich jemand Unbekanntes in die Gruppe und beginnt, weitere mysteriöse Nachrichten und Drohungenzu schreiben ...

Meine Meinung:


Die Thriller-Elemente, die Tibor Rode in diese Geschichte verarbeitet, sind nicht gerade neu. Auch wenn ich kein Fan von Horror-Geschichten bin, fallen sogar mir die Ähnlichkeiten zu Filmen wie "The Ring" oder "In drei Tagen bist du tot" auf. Trotzdem hat mich die ungewöhnliche Art, wie das Buch geschrieben ist, die ersten Kapitel sehr, sehr rasch lesen lassen ... Denn die Geschichte wird ausschließlich in Textnachrichten erzählt, die die Studierenden und ihr Professor in ihre Chatgruppe schreiben.


Die Formatierung des Textes empfand ich persönlich vor allem in der Kindle-App als etwas gewöhnungsbedürftig, aber das tut dem Lesespaß letztendlich keinen Abbruch. Ich möchte es nur der Vollständigkeit halber erwähnen, weil ich den Fall noch nie hatte, dass der Text am Reader und am Tablet so unterschiedlich aussah ... Aber zurück zum Thema :).

Bedingt durch die Erzählweise erfährt der Leser viele Dinge nur indirekt, einzelne Situationen, in die die verschiedenen Figuren geraten, werden entweder nur nacherzählt oder nur angerissen. Aus demselben Grund erfährt man auch nicht viel über die einzelnen Figuren, da die Dialoge hauptsächlich die Nachrichten und die Reaktionen darauf beinhalten. Einzelne Figuren erhalten ein wenig Tiefe, wenn die Frage auftaucht, wo die Angehörigen leben - aber mehr darf man sich nicht erwarten.

Die Spannung entsteht hauptsächlich aus dem, was man nicht erfährt. Das, was man sich vorstellt, was passiert sein könnte, wenn beispielsweise auf einmal keine Nachricht von einer bestimmten Person mehr im Chat auftaucht, wenn man kurz vorher noch gelesen hat, dass sie Angst hat (Ins Detail will ich jetzt absichtlich nicht gehen, weil Spoilergefahr). Da fängt man unweigerlich an, sich Fragen zu stellen - und die Neugier wächst, ob man Antworten bekommt. Hat die Geschichte wirklich einen übersinnlichen Hintergrund? Wer wird als nächstes sterben? Auf diese Weise entwickelt die Geschichte einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Abstriche muss ich allerdings beim Ende machen. Das kam für meinen Geschmack nämlich ein bisschen zu abrupt. Die Dialogform lässt hier den Leser mehr oder weniger ohne zufriedenstellende Antworten im Regen stehen ... Von einem Cliffhanger im klassischen Sinn würde ich aber nicht sprechen. Es ist eher so, dass sehr viel offenbleibt, was man in einer Fortsetzung aufgreifen könnte.

Mein Fazit:


"The Message" ist ein Thriller, der seine Spannung hauptsächlich aus dem zieht, was nicht erzählt wird. Wer sich auf die ungewöhnliche Erzählweise einlassen kann, wird mit einer Geschichte belohnt, die man nur schwer aus der Hand legen kann. Lediglich das Ende führte bei mir zu einem Abzug bei der Bewertung.

  • ★★★★
  • E-Book
  • 140 Seiten
  • beTHRILLED by Bastei Entertainment
  • 978-3732532902

15. Februar 2017

Leselaunen / 15.02.2017

Eigentlich wollte ich euch heute mit einem anderen Beitrag "beglücken", ich gestehe. Aber es gibt auch so Zeiten, da bleibt man tatsächlich stecken. Da fehlt einfach die Lust, einen angefangenen Text fertigzustellen ... Daher habe ich mich kurzfristig für eine neue Ausgabe der Leselaunen entschieden, der kleinen, feinen Aktion, die mittlerweile bei Lara von Bücherfantasien ihr Zuhause hat.


Und genauso verpeilt, wie ich beim Bloggen bin, bin ich im Moment auch wieder beim Lesen - das kann man nicht anders sagen! Auf meinem Nachttisch liegt ein Bücherei-Buch, mit dem ich eigentlich schon recht weit gekommen bin und trotzdem hab ich gestern Abend spontan in ein neues Buch reingelesen und gleich mal drei Kapitel "erledigt".

Aktuelles Buch?

Auf "The Message" von Tibor Rode wurde ich durch eine Rezension von Kitsune aufmerksam. Gleichzeitig erreichte mich eine Nachricht, dass es die E-Books aus dem neuen "be"-Imprint von Bastei nun auch auf Netgalley gibt :). Gestern ist die Bestätigung nun gekommen und ich hab mir das E-Book gleich mal aufs Tablet geladen ...

Klappentext:
Kathy findet in ihrem Posteingang eine Kettenmail. Eine Todesdrohung. Die Studentin hält die Nachricht für einen üblen Scherz und postet sie im Gruppen-Chat ihres Anthropologie-Seminars. Es ist ihr letztes Lebenszeichen. Am nächsten Morgen wird Kathys Leiche in einem Moor gefunden. Noch während ihre Freunde rätseln, wer sie ermordet haben könnte, hackt sich ein unbekannter User in den Gruppen-Chat der Studenten ein. Und plötzlich lautet die Frage: Wer stirbt als nächstes? Du wurdest zur Gruppe "Charlie's Eight" hinzugefügt ... Besser, es wäre nie passiert!

Kennt ihr zufälligerweise Daniel Glattauers "Gut gegen Nordwind"? Den Roman, der eigentlich nur aus den Mails zwischen den beiden Protagonisten bestand und der damit die Geschichte eher indirekt erzählt? Tibor Rode bedient sich in "The Message" des gleichen Erzählstils, allerdings in etwas modernerer Form mit WhatsApp-Nachrichten in einer Gruppe.

Wenn ihr einen Blick darauf werfen möchtet, wie das beispielsweise fürs erste Kapitel aussieht, schaut euch das Video an:



Momentane Lesestimmung?

Obwohl der Februar eigentlich sehr gut angefangen hat, bin ich in den letzten Tagen etwas ins Stocken geraten. Vergangenes Wochenende war mein Fokus absolut nicht aufs Lesen ausgerichtet und auch unter der Woche hatte ich am Abend bis gestern nicht so recht Lust ...

Es hängt wohl damit zusammen, dass ich mir wieder einmal zu viel zugemutet habe. Zwei Rezi-Ex und zwei Bücherei-Bücher wollen bis Monatsende noch gelesen werden. Und bei meiner frei verfügbaren Zeit wird das schon wieder recht knapp. Werde wohl wieder hin und her schieben müssen, nach dem Motto, was kann warten und was nicht *seufz*.

Zitat der Woche?

Das Zitat stammt aus "The Message" bzw. aus der Nachricht, die Kathy gleich am Anfang in die Gruppe postet:

"Mein Name ist Isrun. Und ihr habt mich berührt."
- 2%

Wer Isrun ist, weiß man zu diesem Zeitpunkt selbstverständlich nicht, wird aber aufmerksam, als der Name das erste Mal in Verbindung mit einer Nachricht im Chat auftaucht.

Und sonst so?

Die letzten Tage war der Nebel (wieder einmal) ein sehr hartnäckiger Begleiter, aber gestern hat zum ersten Mal die Sonne wieder durchgeblinzelt. Und wenn man dem Wetterbericht trauen darf, erwarten uns die ersten echten Frühlingstage! Im Hinterhof des Hauses, wo ich wohne, hab ich zumindest schon die ersten Triebe der Schneeglöckchen entdeckt, es kann also nicht mehr lange dauern :).